Mit dem Einzug einer neuen Generation vermögender Privatpersonen (High-Net-Worth Individuals, HNWI) in die Finanzmärkte vollzieht sich ein grundlegender Wandel in der Welt strukturierter Produkte. Diese Anlegergeneration ist nicht nur technikaffin, sondern bringt auch veränderte Wertehaltungen, Anlageziele und Erwartungen an Transparenz und Individualisierung mit. Finanzinstitute, die weiterhin eine führende Rolle einnehmen möchten, müssen ihre Produktpaletten und Vertriebsstrategien an dieses veränderte Anlegerprofil anpassen – andernfalls droht Relevanzverlust in einem sich rasant wandelnden Marktumfeld. In diesem Artikel analysieren wir, wie der demografische Wandel – insbesondere in Asien und der DACH-Region – die Gestaltung und Nachfrage strukturierter Produkte beeinflusst und welche Implikationen sich daraus für die Zukunft ergeben.
Mentalität zählt
Der demografische Wandel betrifft nicht nur das Alter, sondern vor allem die Einstellung und Erwartungshaltung der neuen Generation von Anlegern. Viele HNWI in ihren 30ern und 40ern sind „Digital Natives“, die durchgehende Online-Erlebnisse, Echtzeit-Transparenz und mobile Zugänge als selbstverständlich voraussetzen. Im Gegensatz zu früheren Generationen streben sie nicht nur nach Rendite, sondern auch nach Sinnstiftung: Sie orientieren sich an ESG-Prinzipien, legen Wert auf Impact Investing und streben danach, ihre Portfolios aktiv mit globalen Trends und persönlichen Überzeugungen in Einklang zu bringen. Dieser Wandel zeigt sich besonders dynamisch in Asien, wo Technologieaffinität und Vermögensbildung unter jungen Anlegern Hand in Hand gehen. Doch auch in Europa und Nordamerika lassen sich ähnliche Entwicklungen beobachten.
Dabei handelt es sich nicht um einen kurzfristigen Trend, sondern um einen strukturellen Wandel in der Vermögensverwaltung. Die neue Generation treibt diesen Wandel nicht nur voran – sie fordert ihn aktiv ein. Strukturierte Produkte, die bislang auf Exklusivität und Intransparenz.
Die Erwartungen der nächsten Generation
Die Anleger der nächsten Generation definieren klare Erwartungen an moderne Finanzprodukte. Sie fordern unter anderem:
Fokus DACH-Region
Während der Wohlstandsanstieg in Asien viel Aufmerksamkeit erhält, steht auch die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) vor einem tiefgreifenden demografischen Wandel. In Deutschland liegt derzeit über die Hälfte des Privatvermögens in den Händen von Personen über 55 Jahren. Schätzungen zufolge werden bis zum Ende des Jahrzehnts jährlich rund 400 Milliarden Euro durch Erbschaften und Schenkungen an jüngere Generationen übertragen.*
Dieser enorme Vermögenstransfer verändert bereits die Investmentlandschaft. Millennials und die Generation Z – vielfach akademisch gebildet, global vernetzt und werteorientiert – übernehmen zunehmend Verantwortung für Kapital, das sich mit ihren digitalen und ethischen Erwartungen in Einklang befindet. Sie fordern transparente, technologiegestützte Finanzlösungen sowie strukturierte Produkte mit Fokus auf Zukunftsthemen wie ESG, Digitalisierung und nachhaltige Mobilität.
Für Finanzinstitute in der DACH-Region bedeutet das eine doppelte Herausforderung: Sie müssen das Vertrauen einer traditionell konservativen Anlegerbasis wahren, gleichzeitig aber genügend Innovationskraft aufbringen, um eine jüngere, dynamischere Kundschaft zu gewinnen und zu halten. Das erfordert ein Umdenken bei Produktdesign, Kommunikation und Nutzungserlebnis. Vor allem müssen filialbasierte Modelle zunehmend hybriden oder vollständig digitalen Beratungskanälen weichen, wenn Anbieter auch in Zukunft noch relevant bleiben wollen.
Mit Innovation die Lücke schließen
Die Chancen könnten kaum größer sein: Finanzinstitute, denen es gelingt, die Generationenschere zu überbrücken und strukturierte Produkte anzubieten, die sowohl technologisch fundiert als auch emotional relevant sind, werden hervorragend positioniert sein, um das nächste Kapitel der privaten Vermögensverwaltung in Europa mitzugestalten. Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, reichen inkrementelle Anpassungen nicht aus. Erforderlich sind integrierte, technologiegestützte Plattformen, die die Komplexität strukturierter Produkte reduzieren – ohne dabei Abstriche bei Regelkonformität oder Performance zu machen.
Chartered Investment unterstützt Finanzinstitute dabei, diese Potenziale zu erschließen. Unsere modularen FinTech-Lösungen ermöglichen es unseren Partnern, innovativ zu agieren, sich vom Wettbewerb abzuheben und strukturierte Produkte anzubieten, die auf die Bedürfnisse der nächsten Anlegergeneration zugeschnitten sind:
Instifolio ermöglicht Beratern und Vertriebspartnern die Gestaltung individuell strukturierter Produkte auf Basis von Anlegerpräferenzen. Ein vollständig digitaler Workflow beschleunigt die Markteinführung und erhöht die Gestaltungsfreiheit.
OPUS bietet eine durchgängige Lösung für konforme Emission, Lebenszyklusmanagement und Anlegerkommunikation. Die Plattform verschlankt administrative Prozesse und sorgt dafür, dass Emittenten und Finanzinstitute über den gesamten Anlagezyklus hinweg koordiniert und informiert bleiben.
LIXX erweitert strukturierte Produkte um eine intelligente Indexierungsebene. Institutionelle Kunden können Produkte auf Basis thematischer Indizes entwickeln – etwa zu Nachhaltigkeit, technologischer Innovation oder anderen zukunftsrelevanten Themen.
e-Sec, die elektronische Wertpapierplattform von Chartered Investment, stellt eine skalierbare Infrastruktur für die Emission digitaler Produkte bereit. Sie unterstützt Straight-Through-Processing (STP) sowie vollständige Integration aller regulatorischen Erfordernisse – essenziell in einem zunehmend dynamischen Marktumfeld.
Gemeinsam bilden diese Plattformen ein ganzheitliches Ökosystem, das nicht nur technologische Exzellenz, sondern auch Transparenz, Relevanz und Verbindung zu den Werten moderner Anleger bietet.
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*Quelle: Daten des Haushaltspanels „Private Haushalte und ihre Finanzen (PHF)“ der Bundesbank im Jahr 2021 belegen, dass sich das Vermögen in Deutschland stark auf ältere Haushalte konzentriert. Personen im Alter von 45 bis 74 Jahren besitzen demnach deutlich mehr Vermögen als jüngere Generationen, was darauf hindeutet, dass ein Großteil des privaten Vermögens in Deutschland von Personen im Alter von 55 Jahren und älter gehalten wird.
Der jährliche Vermögenstransfer zwischen den Generationen wird auf rund 400 Milliarden Euro geschätzt.